Wir befinden uns in einer Wirtschafts- und Schuldenkrise

Anhand der Verschuldensweltmeisterin USA lässt sich lehrreich das weltweite Schuldenszenario aufzeigen (vgl. “Die Schulden-Bergpredigt” von Hans Jörg Müllenmeister, “zeitreport”, Nr. 157 im 34. Jahrgang Januar/Februar 2006). Danach beliefen sich die Gesamtschulden der USA im Jahr 2006 auf 36 Billionen US-Dollar und sind damit höher als das gesamte Welt-Sozialprodukt in Höhe von 32 Billionen US-Dollar. Das in Jahrtausenden geförderte Gold der Menschheit hat dagegen nur einen Gesamtwert von rund 1,5 Billionen US-Dollar.

Die US-Neuverschuldung frisst 70 Prozent der Weltersparnisse auf. Für eine Billionen Dollar Neuverschuldung benötigte die US-Volkswirtschaft im Jahre 2003 gerade mal 17 Wochen. Die Schulden der USA entsprechen damit dem Fünffachen ihres Sozialproduktes. Um demnach einen Dollar mehr Sozialprodukt zu erzeugen, machen die USA sechs Dollar neue Schulden, vor allem im Ausland (Asien).

Durch diese Liquiditätsschwemme sind die Sachwerte wie Immobilien und Aktien enorm überbewertet. Der Finanzgaugler Alan Greenspan hat für die Erzeugung gleich hoher Schein- und Kreditgeldsummen gerade mal zwei Jahre gebraucht. Die Weltgeldmenge wurde dadurch in nur drei Jahren über 90 Prozent ausgeweitet. Und dies, obwohl die USA am meisten von der Einführung des Euro profitiert haben, da die starke D-Mark verschwand und ein von schwächeren Volkswirtschaften wertreduzierter Euro einen Verfall des Dollars zunächst verhinderte (hierein wirkt auch das Problem, dass die europäische Währung staatlich gelenkt wird - als vorgeblich “gemeinsamer” Vektor völlig unterschiedlicher nationaler Interessen in der EU -, wohingegen die FED, die amerikanische Notenbank, in Wirklichkeit die private Veranstaltung der mächtigsten Privatbanken der USA ist). Man sollte sich daher auf eine “Währungsharmonisierung” vorbereiten, indem man rechtzeitig aus Geldanlagen aussteigt und in Sacheinlagen umschichtet.

Die menschengemachte Liquiditätsschwemme durch Manipulation der Papiergeldsysteme führt weltweit zu einer ausweglosen Schieflage, denn die billionenschwere US-Immobilien- und Derivate-Blase kann jederzeit platzen. Die Folgen wären verheerend. Man würde weiterhin hemmungslos Geld drucken, Zinsen und Steuern erhöhen und weitere militärische Abenteuer als Ausweg suchen.

Mit Bretton Woods II hat sich ein Name für diese neue “monetäre Weltordnung” etabliert. Danach hätten die USA und China ein System fixer Wechselkurse geschaffen, das den Chinesen erlaubt, ihre Güter in die USA zu exportieren. Im Gegenzug kaufen die Chinesen mit den im Export verdienten Dollars US-Anleihen, um das US-Budgetdefizit zu finanzieren. Wie lange das noch gut geht?

Einen Kommentar schreiben:

Du mußt angemeldet sein um einen Kommentar abgeben zu können.